Der Motorplatzer

Eine Gute-Nacht Geschichte für Schrauber
mit technischem Know How
 

Wenn ich mich recht erinnere, war es der 31. Dezember 1998. Die Außentemperaturen
waren außergewöhnlich mild, so daß ich mich spontan dazu entschloss, meine Maschine
etwas über den Asphalt zu treiben. Aber schon nach kurzer Zeit vernahm ich ein
seltsames Geräusch am Motor, was mich auch dazu bewegte, unverzüglich meine
Garage wieder aufzusuchen.

Nach sofortiger Untersuchung hatte ich den Schaden schnell lokalisiert. Ein Stück der
Zylinderkopfdichtung hatte sich zwischen dem 3. und 4. Zylinder verabschiedet. Das hieß
für mich, einen chirurgischen Eingriff vorzunehmen, und zwar bevor die neue Saison beginnt.

In Kürze wurde mein Airbrush-Keller umfunktioniert, um die einzelnen Motorteile sorgfältig
zu placieren. Ich beschloß, nicht nur die Zylinderkopfdichtung, sondern auch andere
Verschleißteile zu erneuern und zerlegte den Motor komplett.
 

Sämtliche Spezialwerkzeuge, die zur Demontage der einzelnen Komponenten erforderlich waren
habe ich eigens angefertigt. So diente eine umgebaute Schraubzwinge dazu, Ventile und
Ventilfedern auszubauen. Ich habe alle Bestandteile der Motorsteuerung auf Verschleiß gecheckt
so daß ich zu folgendem Resultat kam.:

4 Auslaßventile, 2 Einlaßventile, sämtliche Ventilabdichtungen, 4 Ventilführungen,
mußten erneuert werden.
 
 

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Gleichzeitig stellte ich fest, daß die Gewinde der Nockenwellenlagerschalen einer späteren
Belastung mittels Drehmomentschlüssel nicht mehr standhalten würden. So bohrte ich diese
auf das entsprechende Übermaß auf, und ersetzte sie durch Edelstahlgewindebuchsen.
Die meiste Zeit verbrachte ich damit, die Ventilsitze einzuschleifen, da auf Grund neuer
Führungen, sich die Axialrichtung der Ventile zum Sitz um einige Hundertstel veränderte.
 

Danach konnte ich die Maschine wieder zusammennageln und den ersten Probelauf vornehmen.
Ich war sichtlich erleichtert, als die  4 in 1 Marving, ohne sich zu verschlucken, den gewohnt
dumpf-kernigen Sound zum Besten gab.